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Arran: Der Whisky einer Insel, die sich neu erfand

Aktualisiert: 5. Juli

Karte der Isle of Arran mit den beiden Whisky-Brennereien: Isle of Arran Distillery in Lochranza im Norden und Lagg Distillery im Süden, dazu Orte wie Brodick und der Gipfel Goatfell.

Zwischen den Highlands und der Küste von Ayrshire liegt eine Insel, die lange als das

„Schottland im Kleinen" galt: Berge im Norden, sanftes Weideland im Süden, dazwischen jede Menge Geschichte. Und mittendrin ein Whisky, der erst seit gut drei Jahrzehnten wieder legal gebrannt wird – obwohl Arran das Destillieren so gut beherrschte wie kaum eine andere Gegend.






Eine Insel voller Brennereien – und Schmuggler

Im frühen 19. Jahrhundert soll es auf Arran an die fünfzig Brennereien gegeben haben. Die wenigsten davon waren legal. Die Insel lag günstig: nah genug an Glasgow und am Festland, um Ware abzusetzen, und gleichzeitig zerklüftet genug, um den Zöllnern zu entkommen. Das weiche Wasser, der Torf und die Gerste taten ihr Übriges. Arraner Whisky hatte einen Ruf – und der gründete sich nicht auf Menge, sondern auf Qualität.


Genau das wurde der Insel zum Verhängnis. Als im Whiskygeschäft Masse zählte, konnten die kleinen Inselbrennereien wirtschaftlich nicht mithalten. Eine nach der anderen verstummte. Die letzte legale Brennerei im Süden der Insel, in Lagg, schloss Ende der 1830er-Jahre ihre Türen. Danach wurde auf Arran fast 160 Jahre lang offiziell kein Whisky mehr gebrannt.


1995: Lochranza und der Neuanfang

Wiederbelebt wurde die Tradition von Harold Currie, einem ehemaligen Direktor von Chivas. Er gründete 1994 die Isle of Arran Distillers und suchte die ganze Insel nach dem idealen Standort ab. Entscheidend war – wie so oft – das Wasser: Im Norden, beim Dorf Lochranza, speist sich der Loch na Davie aus den Bergen, durch Granit gefiltert und über Torf gesoftet.


Der Bau verlief nicht ganz reibungslos. Ein Paar Steinadler nistete in den Hügeln über der Baustelle, und weil die Vögel streng geschützt sind, mussten die Arbeiten vorübergehend ruhen. Die Adler sind geblieben – und zieren bis heute jede Flasche Arran.


Am 29. Juni 1995 floss zum ersten Mal Spirit durch die Brennblasen; im August wurde die Brennerei offiziell eröffnet. Es war der erste legal gebrannte Tropfen auf Arran seit fast 160 Jahren. Was als kühnes Wagnis begann, wurde zu einer der Erfolgsgeschichten der schottischen Renaissance kleiner, unabhängiger Brennereien.



Lagg: die torfige Schwester im Süden

2019 schloss sich der Kreis. Im Süden der Insel, dort, wo einst die letzte alte Brennerei stand, eröffnete Isle of Arran Distillers eine zweite Destillerie: Lagg. Sie ist auf kräftig getorfte Whiskys spezialisiert – ein bewusster Kontrast zum überwiegend ungetorften Stil aus Lochranza. Mit begrüntem Dach und einem ambitionierten Projekt zur Renaturierung von Inselmooren versteht sich Lagg zugleich als moderne, der Landschaft verpflichtete Brennerei. Ihr erster Single Malt erschien 2022.


So deckt eine kleine Insel heute zwei Welten ab: den frischen, fruchtbetonten Arran aus dem Norden und den rauchigen Lagg aus dem Süden.



Wie schmeckt Arran?

Der Hausstil von Arran ist hell, duftig und ausgesprochen zugänglich – ohne dabei beliebig zu sein. Charakteristisch sind Noten von grünem Obst: Apfel und Birne, dazu Vanille, Honig und ein Spritzer Zitrus, der die Süße auffängt. Die Whiskys werden weder gefärbt noch kühlfiltriert und kommen meist mit kräftigen 46 % auf die Flasche – das gibt Textur und Tiefe.


**Arran 10 Jahre** ist die Visitenkarte der Brennerei. Vorwiegend in Ex-Bourbon-Fässern gereift, mit einem kleinen Anteil Sherry, vereint er süßes Malz, Vanille und Heidehonig mit Zitrusfrische und einem Hauch Eichenwürze. Nicht umsonst gilt er als einer der besten Preis-Leistungs-Malts überhaupt.


**Arran Sherry Cask.** Wer es üppiger mag, greift zu den sherrygereiften Abfüllungen. Hier wird es dunkel und reich: getrocknete Früchte, Feige, Christmas Cake, Zartbitterschokolade, Leder und süße Würze. Eine Rückbesinnung auf die frühen Jahre, als Arran in einigen der feinsten Sherryfässer der Branche reifte.


**Getorft – Machrie Moor und Lagg.** Der Rauch von Arran und Lagg unterscheidet sich spürbar von dem der Islay-Malts. Er ist wärmer, weicher, weniger medizinal und phenolisch – ein Lagerfeuer-Rauch mit maritimem Anklang, hinter dem die typische Inselfrucht weiter durchscheint. Lagg treibt das mit deutlich höheren Torfwerten konsequent weiter, bleibt dabei aber überraschend süß und sauber.



Arran – Robert Burns Single Malt · New Edition Island 
Robert Burns, Schottlands grösster Dichter, starb 1796 mit nur 37 Jahren. Die Isle of Arran Distillery erinnert mit diesem Whisky an ihn — als einzige Destillerie offiziell unterstützt von der World Burns Federation, und als nächste Destillerie zu Burns' Geburtsort Alloway in Ayrshire. Kein Marketing-Gimmick, sondern eine echte geografische und kulturelle Verbindung.
Der Whisky vereint verschiedene Reifejahrgänge aus amerikanischen Ex-Bourbon- und Ex-Sherryfässern zu einem runden, malzigen und süssen Dram mit würzigem Finish.

Ein Wort zu Robert Burns

Schottlands Nationaldichter und Arran gehören enger zusammen, als man denkt: Die Brennerei führt eine eigene Robert-Burns-Linie, offiziell vom Robert Burns World Federation anerkannt. Für eine Insel, die ihre Identität so bewusst pflegt, ist das mehr als Marketing – es ist Teil derselben Geschichte aus Stolz, Herkunft und Handwerk.



Warum wir Arran führen

Arran und Lagg verkörpern genau das, wofür wir stehen: unabhängiger, ehrlich gemachter Whisky mit einer klaren Handschrift und einer Geschichte, die das Glas füllt. Der eine hell und fruchtig, der andere rauchig und tief – zwei Seiten einer Insel, die das Brennen nie verlernt hat, sondern nur eine Weile pausierte.


Beide Brennereien sind bei uns im Laden und im Webshop erhältlich. Wer den Unterschied zwischen Nord und Süd einmal nebeneinander erleben möchte, ist herzlich zu einem Tasting eingeladen.


*Sláinte.*


Alle Arran-Produkte gibt es in unserem Shop in der Magnihalden 13 in St. Gallen — oder online auf independentspirits.ch.


 
 
 

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